Ostern auf Malta

von | Apr. 13, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

Das letzte Ostern hatten wir ja auf Korfu verbracht, diesmal wollten wir uns das auf Malta ansehen. Malta selbst ist ja unglaublich von Kirchen, Kirchplätzen und kleinen Kapellen durchzogen. Die Grundlage dazu hatten die Kreuzritter Anfang des 16. Jahrhunderts gelegt: Nachdem sie von den Türken auf Rhodos geschlagen wurden und die Insel räumen mussten, sind sie nach Malta umgezogen. Zunächst war Mdina im Landesinneren die Hauptstadt, eine imposante Festungsanlage, die bei den andauernden Überfällen auch notwendig war. Später wurde Valetta dann die Hauptstadt.

Zunächst wollte ich aber erst mal ein Paket abholen, welches ich an den Trans-Ocean (TO) Stützpunkt hatte senden lassen. Als Fahrrad ausgepackt und los. Das ‚Los‘ war dann nach 50m schon vorüber: Bereits der erste Anstieg war auch im ersten Gang nicht mehr zu schaffen. Also Absteigen und Schieben. Und so ging es dann weiter: Runter in einem unfallverdächtigen Tempo, rauf schieben.

Der TO Stützpunkt ist ein kleiner Schiffsausrüster, der von einem Holländer in den 70ern geleitet wird. Neben dem Paket gabs einen Kaffee und etwas Klönschnack, so muss das sein. Und dann wieder über Berg und Tal zurück.

Vor Ostern war noch der ‚Freedom Day‘, 31. März, an dem der Abzug der Engländer gefeiert wird (auch wenn dies eine freundschaftliche ‚Besatzung‘ war). Südlich von Valetta, im Grand Harbour, wird dazu eine Ruderregatta veranstaltet. Mehrere Bootsklassen, vielfach klassische Gondeln wie in Venedig, sollten an dem Tag starten. Nur: Es war so windig dass es die 2 und 4 Mann Gondeln gar nicht gegen den Wind zur Startlinie geschafft haben. Dazu zwischendurch waagerechter Regen. Regatta nach einem Lauf abgebrochen, und wir mit nassen Hosen und Schuhen wieder zurück an Bord.

Karfreitag, inzwischen ist das Wetter besser, gehen wir nach Bormla, der Stadtteil zwischen der Grand Harbour- und der Kalkara-Marina. Hier werden in einer Prozession mehrere Monstranzen durch die Straßen getragen, jede mit 10 oder mehr Trägern. Dazwischen verkleidete ‚Fußgruppen‘ in zeitgenössischen Kostümen, römische Legionäre, Statthalter, die Jünger, gemeines Volk (warum musste ich an das ‚Leben des Brian‘ denken?). Die Prozession umrundet einen Platz, bevor sie weiter zieht, auf dem Platz ist ein Orchester, welches getragene Weisen spielt. Sehr imposant. Keramiktöpfe, wie auf Korfu, werden hier aber nicht geworfen.

Die folgenden zwei Tage verbringen wir bei wenig Wind und Sonnenschein mit Bootsarbeiten: Die restliche Dichtung zwischen Rumpf und Deck muss erneuert werden, die alte bröselt weg. Was sehr ungewöhnlich ist, normalerweise hält die 20 und mehr Jahre. Gerüchteweise hatte Sika mal Qualitätsprobleme während Corona, käme zeitlich ja hin. Nach 2 Tagen auf den Knien rum rutschen weiß ich jedenfalls was ich getan habe.

Ostermontag gibt es ein Wetterfenster nach Griechenland: 3 Tage moderate Westwinde. Um 10.30 Uhr ziehen wir den Anker hoch – diesmal hing die Kette zwar kurz fest, ging aber von allein los – und setzen draussen den Parasailor. Ein paar Fischer beschweren sich weil wir an deren Aquakulturen vorbei fahren, aber eigentlich kein Drama. Der Parasailor bleibt drei Tage stehen, 45 Meilen vor Kythira müssen wir ihn runter nehmen, weil der Wind zu stark wird. 435sm in 65 Stunden, und eine sehr entspannte Überfahrt.

Kythira ist gerade aus dem Winterschlaf erwacht – dieses Wochenende ist orthodoxes Osterfest.

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