Rund Thasos

von | Aug. 10, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

Nach ein paar Tagen vor Anker im Süden von Kavala, dem einzigen Strand wo ankern erlaubt ist, dreht der Wind auf Südost und es wird welliger….Zeit die Segel auszupacken und in Richtung Thasos (oder auch Thassos geschrieben) zu segeln. 

Sieht man von dem kleinen Felsen Thasopoula zwischen dem Festland und Thasos ab, ist Thasos die nördlichste Insel der Ägäis. Dass hier Marmor gefördert wird sieht man schon von Weitem an den hellen Flächen im Berg.

Mit einem Kreuzschlag, auch gegen überraschend viel Strom für eine Gegend, die kaum Tide hat, geht es zunächst in den Nordosten der Insel, Makryammos Beach, nur als Zwischenstopp, da es doch später geworden ist als geplant. Eigentlich war der Plan direkt nach Ormos Potomas zu fahren, eine Bucht die von der Papierform her gut aussieht. 

Schön ist sie, das muss man ihr lassen, und leer auch. So richtig gut ist der Ankergrund aber nicht, steinig und Posidona, also eher was für ruhige Tage. Da gegen Morgen Schwell aufkommt, der an den steilen Felswänden reflektiert wird, wird es ungemütlich, und so schmeisse ich den Motor an, denn Wind ist mal wieder keiner. Im Süden der Insel, Alyki, ist eine gut geschützte Bucht (siehe Bild oben), die ich mir für die nächsten 2 Tage ausgeguckt habe, da es windiger werden soll. 

Auch hier gibt es eine Ausgrabungsstätte, die ich mir ansehe, verbunden mit Resten des Marmorabbaus. Ansonsten ist der Strand ein großer Touristengrill, Liege an Liege.

Limenaria, das nächste Ziel, muss wieder ‚erkreuzt‘ werden. Erst Nordostwind, dann ein Dreher auf West, um den vorgelagerten Felsen herum und dann Ziel auf den Hafen. Wobei der Wind weiter dreht und zuletzt komplett einschläft.

Im Hafen sind nur wenig Plätze frei, man legt mit Buganker mit dem Heck zum Steg an. Der große freie Platz, so wird mir signalisiert, wird in Kürze von einem Ausflugsboot beansprucht. Also muss ich mich zwischen 2 andere Segelboote quetschen und das klappt so eben. Es fehlen halt ein paar Hände, aber letztendlich bin ich fest.

Restaurants und Supermarkt, mal wieder Essen gehen und einkaufen, steht auf dem Programm. Der Ort ist auch super touristisch, besonders nach Westen heraus, eine Ferienanlage nach der nächsten. Nach Osten herunter die große Flaniermeile, mit Geschäften und Restaurants nach jedem Geschmack.

Nach einem Tag Trubel reicht es mir dann auch, und ich fahre unter Motor um die Ecke nach Atspas Beach, jedoch nicht ohne einen Schwimmstop bei der Tripiti Höhle einzulegen: Man kann hier durch die Höhle durchtauchen zu einem Strand. In der Höhle sind Unmengen von Fischen. Ein tolles Erlebnis.

Den Tag in Atspas nutze ich für ein paar Bootsarbeiten: Ein paar Taklinge nähen, den Ankerbeschlag wieder fixieren und ähnliches. Draussen weht es. In der Bucht merkt man es kaum.

Zwischen Thasos und Kavala (leider viel Wind in der Aufnahme)

Ende Juli…da war doch was…Wacken im Livestream beim Segeln schauen hat schon Tradition cool

In den kommenden Tage soll es aus Südwest wehen – ich fahre ein paar Meilen nordwärts nach Kallirachi, ein kleiner Hafen, der, wie viele ohne Infrastruktur auch ohne Kosten ist. So liegen hier immer mal ein paar Boote für Monate oder länger. So auch der Katamaran im Bild. Na gut, er stört jetzt auch nicht.

Im Hafen lernt man ja immer Leute kennen: Man hilft beim An- oder Ablegen, man kommt irgendwie so ins Gespräch, dann geht man mal was essen – und Wochen später trifft man sich in einem anderen Hafen wieder. Das ist der Charme von Revieren etwas abseits des Chartertrubels.

Kallirachi ist ein kleiner Ort. Einen Barber gibt es hier nicht. Ich fahre mit dem Rad dafür zum Nachbarort, und werde prompt gefragt ob ich lebensmüde wäre. Als Radfahrer ist man auf der Landstraße natürlich in der Hierarchie ganz unten…aber wie heiß es so schön im Rheinland: Et hätt noch immer jot jejange.

Für die nächsten Tage ist kräftiger Meltemi aus Nordost angesagt. Wenn er so kommt, bläst er genau in die Hafeneinfahrt hinein, was zu kräftigem Wellengang führt. Ich entscheide mich lieber dafür, bei Keramoti vor Anker zu gehen, gut geschützt vor dem Wind, und mit Aussicht auf den Fährhafen nach Thasos. Störend empfand ich den Fährverkehr nicht, jede halbe Stunde mal drei Wellen, nur die Fähre um 0530h hat mich regelmäßig geweckt.

Am zweiten Tag mache ich das Beiboot klar und will nach Keramoti rüber – aber der Motor springt (mal wieder) nicht an. Auch mir den üblichen Tricks ist ihm kein Start zu entlocken.

Glück im Unglück: In Kavala gibt es eine Mercury-Werkstatt, mit der ich einen Termin für den kommenden Montag ausmache. Damit ist der weitere Plan hinfällig: Nach dem Meltemi wollte ich weiter nach Osten, Alexandropoulous und ins Evros-Delta. Das wird nun nicht klappen. Andererseits habe ich bis heute nichts wieder von meinem Antrag gehört, ins Evros Delta fahren zu dürfen – Militärgebiet, da an der Grenze zur Türkei. Insofern – segeln wir wieder nach Kavala

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